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01.08.2019

Verkehrsunfallregulierung - Balke untersucht die Bedeutung der medizinischen Begutachtung

Kurznachricht zu "Medizinische Begutachtung in der Verkehrsunfallregulierung - Anforderungen an Auftraggeber, Gutachter und Gutachten" von Rechtsassessor Rüdiger Balke, original erschienen in: SVR 2019 Heft 7, 246 - 251.

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Balke legt einleitend dar, dass medizinische Gutachten bei der Regulierung von Personenschäden eine wichtige Rolle spielen, denn der Auftrag zur Erstellung eines medizinischen Gutachtens basiert stets auf der Notwendigkeit, einen nicht eindeutigen medizinischen Sachverhalt soweit aufzuklären, dass eine Beantwortung der damit verknüpften Rechtsfragen möglich ist. Kommt es im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall zu einem Personenschaden, dann bildet ein ärztlicher Bericht oder ein ärztliches Gutachten die unverzichtbare Grundlage jeder Bewertung von Unfallfolgen. Ohne diese genaue Kenntnis der Unfallfolgen lässt sich u.a. der Schmerzensgeldanspruch, ein Haushaltsführungsschaden oder eventuelle vermehrte Bedürfnisse eines Geschädigten nicht richtig einschätzen. Trotzdem trifft man in der Praxis immer wieder auf nichtssagende Stellungnahmen. Der Fehler liegt häufig darin, dass sich der Auftraggeber vorher nur unzureichend Gedanken gemacht hat, was er eigentlich wissen möchte, und daher beim behandelnden Arzt pauschal die Erstellung eines Attestes oder Berichtes in Auftrag gegeben hat. Eine für die Schadenregulierung brauchbare Antwort ist vom behandelnden Arzt oder einem medizinischen Gutachter aber nur dann zu erwarten, wenn an ihn entsprechend konkrete Fragen gestellt worden sind. Balke legt im nächsten Abschnitt dar, dass das Gutachten eine ganz konkrete Aufgabe hat: Es dient der Begutachtung von Verletzungs- oder Krankheitsfolgen und deren Auswirkungen auf die Funktion, die Leistungsfähigkeit und die Lebensführung (Lebensqualität) des betroffenen Geschädigten. Darüber hinaus soll es Stellung nehmen zur Kausalität der Verletzungsfolgen (Zusammenhangsfrage) oder Erkrankungen in Bezug auf die vom Geschädigten geltend gemachten Beschwerden. Der kausale Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung liegt nicht immer klar auf der Hand.

Darlegungen zu den verschieden Gutachtenarten schließen sich an. Balke geht zunächst auf Formulargutachten (ausführlicher Arztbericht) ein und erläutert sodann freie fachärztliche Gutachten. Im Folgenden befasst sich der Autor mit der Gutachtenvorbereitung und arbeitet heraus, dass der Auftraggeber dem Gutachter Sinn und Zweck der gutachterlichen Überprüfung erläutern und ihm alle Informationen zur Verfügung stellen muss, die dieser für die Beantwortung der Fragestellung benötigt. Ausführungen zur Gutachterauswahl schließen sich an. Ferner fasst der Autor die Fragen zusammen, zu denen der Gutachter im Rahmen seines Gutachtens Stellung nehmen sollte. Balke zeigt schließen auf, dass alle in einem Gutachterauftrag oder gerichtlichen Beweisbeschluss genannten Fragen am Ende des Gutachtens umfassend vom Gutachter zu beantworten sind. Abschließend geht der Autor auf einige Besonderheiten ein, die sich aus der Stellung des Auftraggebers ergeben: Je nach Art des Auftraggebers (u.a. private Unfallversicherung, Berufsgenossenschaft, Unfallkasse) können gutachterliche Fragestellungen und versicherungstechnische Begriffe unterschiedlich sein.

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Dr. Henning Seel.